Tipps des Unterwasserfotografen Thomas Van Puymbroeck

Eine Kamera zum Tauchen mitzunehmen bedeutet nicht automatisch, dass Sie auch schöne Unterwasserfotos machen. Unter Wasser haben Sie es mit Bewegung, Licht, Strömung und Tieren zu tun, die sich nicht immer genau so verhalten, wie Sie es gerne hätten. Gute Unterwasserfotografie erfordert daher mehr als nur eine gute Kamera.

Doch wo fängt man an, wenn man bessere Fotos machen möchte? Wir haben den Unterwasserfotografen Thomas Van Puymbroeck dazu befragt. Er verrät seine wichtigsten Tipps für die Unterwasserfotografie und erklärt, worauf Sie als Fotograf bei der Auswahl eines Reiseziels achten sollten.

Blog-Tipps von Thomas
Blog-Tipps von Thomas
Blog-Tipps von Thomas

Thomas Van Puymbroeck ist ein preisgekrönter Unterwasserfotograf sowie ein großer Kenner und Liebhaber der Unterwasserwelt. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf arbeitet er im Zoo Antwerpen, wo er sich mit Tieren und deren Lebensräumen beschäftigt.

Sein Wissen über Tiere, deren Verhalten und Ökologie fließt in seine Fotografie ein. Darüber hinaus hält Thomas regelmäßig Vorträge und leitet Workshops zu den Themen Unterwasserfotografie und Ökologie, unter anderem auf der „Duikvaker“ und der „Dive-Expo“ in Antwerpen.

Auf unseren jährlichen Fotoreisen verbindet er sein fotografisches Fachwissen mit seinen Kenntnissen über die Unterwasserwelt. Das führt nicht nur zu wunderschönen Fotos, sondern vor allem zu vielen praktischen Tipps, die Sie direkt beim Tauchen anwenden können.

Thomas’ Tipps für bessere Unterwasserfotos

1. Werden Sie Unterwasser-Detektiv

Gute Unterwasserfotos beginnen oft schon, bevor Sie ins Wasser gehen. Je besser Sie Ihr Motiv kennen, desto größer ist die Chance, dass Sie es finden und im richtigen Moment fotografieren können. Informieren Sie sich daher gründlich über die Tiere, denen Sie beim Tauchen begegnen können. Was fressen sie? Wo halten sie sich auf? Wann sind sie aktiv? Und wie verhalten sie sich? Wenn Sie beispielsweise wissen, welche Schnecke auf einer bestimmten Pflanze oder einem anderen Tier lebt, werden Sie sie plötzlich überall entdecken. Kennen Sie das Verhalten einer bestimmten Art, können Sie zudem besser vorhersagen, was das Tier tun wird. Laut Thomas ist die Kenntnis der Unterwasserwelt daher ein wichtiger Bestandteil der Unterwasserfotografie. Je besser Sie verstehen, was Sie fotografieren, desto besser können Sie das Verhalten einschätzen und desto ausdrucksstärker werden Ihre Fotos letztendlich.

2. Kennen Sie Ihre Kamera besser als sich selbst

Unter Wasser möchten Sie nicht darüber nachdenken müssen, wo sich eine bestimmte Taste befindet. Wenn Sie endlich ein Tier gut vor Ihrem Objektiv haben und dann erst durch ein Menü nach der richtigen Einstellung suchen müssen, ist es oft schon zu spät. Lernen Sie Ihre Kamera daher gut kennen. Üben Sie mit den Einstellungen, bevor Sie ins Wasser gehen, und sorgen Sie dafür, dass Sie wichtige Funktionen intuitiv bedienen können. Wissen Sie, was Ihre Kamera kann, aber mindestens genauso wichtig: Wissen Sie, was sie nicht kann. Jede Kamera hat ihre Grenzen. Wenn Sie diese kennen, vermeiden Sie Frustration und lernen, besser mit den Bedingungen umzugehen, denen Sie unter Wasser begegnen.

3. Die Passform ist entscheidend

Es mag vielleicht wie ein Klischee klingen, aber laut Thomas ist eine gute Trimmung eine absolute Grundvoraussetzung für die Unterwasserfotografie. Mit einer guten Trimmung können Sie stabil im Wasser schweben. Dadurch haben Sie mehr Kontrolle über Ihre Bildkomposition und können in aller Ruhe fokussieren und auslösen. Sie müssen nicht ständig mit Ihren Flossen korrigieren und vermeiden so, versehentlich Sand aufzuwirbeln oder ein Tier zu verscheuchen. Ein guter Trimm ist zudem wichtig für die Unterwasserwelt. Wenn Sie stabil im Wasser schweben können, ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass Sie Korallen berühren oder andere Tiere und deren Lebensraum stören. Fotografie beginnt also eigentlich mit gutem Tauchen.

4. Erst schauen, dann fotografieren

Wenn Sie ein außergewöhnliches Tier sehen, ist es verlockend, sofort Fotos zu machen. Dennoch kann es sich lohnen, zunächst einen Moment lang zu beobachten. Wie bewegt sich das Tier? Wohin schwimmt es? Kehrt es immer wieder an dieselbe Stelle zurück? Und aus welcher Richtung fällt das Licht am schönsten? Indem Sie zunächst beobachten, können Sie sich besser auf den Moment vorbereiten, in dem Sie fotografieren möchten. Anstatt dem Tier hinterherzuschwimmen, warten Sie auf den richtigen Moment. Das führt oft nicht nur zu ruhigeren Aufnahmen, sondern auch zu Fotos, auf denen das natürliche Verhalten des Tieres besser zu erkennen ist.

5. Bewegen Sie sich langsam

Unter Wasser ist Eile fast nie eine gute Strategie. Gerade bei kleinen Tieren kann eine schnelle Bewegung dazu führen, dass Ihr Motiv davonschwimmt oder sich versteckt. Bewegen Sie sich ruhig und kontrolliert. Nähern Sie sich Ihrem Motiv langsam und versuchen Sie, so wenig Wasser wie möglich zu verwirbeln. Das erhöht nicht nur Ihre Chancen auf ein gutes Foto, sondern sorgt auch dafür, dass Sie das Tier so wenig wie möglich stören. Ein guter Unterwasserfotograf ist daher manchmal vor allem ein guter Beobachter.

6. Achten Sie darauf, dass Ihr Motiv nah genug ist

Je weniger Wasser sich zwischen Ihrer Kamera und Ihrem Motiv befindet, desto besser. Wasser führt nämlich zu einem Verlust an Farbe und Kontrast. Gerade wenn Sie mit künstlichem Licht arbeiten, ist der Abstand daher wichtig. Versuchen Sie, sich langsam anzunähern, anstatt sofort einen starken Zoom zu verwenden. Natürlich ohne das Tier zu stören. Bei der Makrofotografie ist dies besonders wichtig. Gerade bei kleinen Motiven kann bereits eine geringfügige Änderung des Abstands einen großen Unterschied hinsichtlich Schärfe, Farbe und Detailgenauigkeit bewirken.

Möchten Sie mehr von Thomas’ Fotografien sehen?

Möchten Sie weitere Fotos von Thomas und seiner Arbeit als Unterwasserfotograf sehen? Dann besuchen Sie unbedingt seine Website oder folgen Sie ihm auf Instagram. Dort teilt er regelmäßig neue Fotos und Geschichten aus der Unterwasserwelt.

Fotoreisen mit Thomas Van Puymbroeck

Möchten Sie Ihre Unterwasserfotografie weiterentwickeln und gleichzeitig ein besonderes Reiseziel entdecken? Jedes Jahr organisieren wir gemeinsam mit Thomas Van Puymbroeck eine spezielle Gruppenreise für Taucher, die sich für Unterwasserfotografie begeistern.

Für jede Reise wählen wir bewusst ein Reiseziel aus, an dem etwas Besonderes geschieht. Das kann eine spektakuläre Tierwanderung sein, eine außergewöhnliche Begegnung mit großen Meerestieren oder auch ein Reiseziel, das für seine enorme Unterwasservielfalt bekannt ist.

Auch die Bedingungen für Fotografen spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir suchen Reiseziele aus, an denen Sie angenehm fotografieren können – beispielsweise mit geringer Strömung, ausreichender Verweildauer unter Wasser und einem einfachen Einstieg ins Wasser. So können Sie sich voll und ganz auf Ihr Motiv und Ihre Fotografie konzentrieren.

Während der Reise teilt Thomas sein Wissen und seine Erfahrungen mit Ihnen. Dabei wird nicht nur auf die Technik Ihrer Kamera eingegangen, sondern auch auf Bildkomposition, Licht, das Verhalten der Tiere und darauf, wie Sie ein Foto aufnehmen, das mehr erzählt als nur das, was vor Ihrem Objektiv schwimmt.

Die Gruppen sind bewusst klein gehalten, damit genügend Zeit für eine persönliche Betreuung bleibt. Sie müssen dabei keineswegs ein professioneller Fotograf sein. Ganz gleich, ob Sie gerade erst mit der Unterwasserfotografie beginnen oder bereits seit Jahren mit einer Kamera tauchen – jeder, der Begeisterung mitbringt und mehr lernen möchte, ist herzlich willkommen.

Thomas Tromsø – Gruppenreise

Möchten Sie auch mit Thomas mitkommen?

Die nächste Fotoreise, für die noch Plätze frei sind, führt im Oktober 2027 nach Norwegen. Das Ziel dieser Reise? Schnorcheln und Schwimmen mit Orcas. Darüber hinaus besteht während dieser Expedition eine große Chance, Buckelwale und das Nordlicht zu sehen.

Eine ganz besondere Reise für alle, die Spaß an der Unterwasserfotografie haben und gerne von einem erfahrenen Fotografen lernen möchten.

Sorry, kein Inhalt gefunden.